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teuer, teurer, Oslo! Drucken E-Mail
Samstag, 01. Januar 2011 um 15:30

Die Metropole im Süden erreichten wir erst spätabends. Geplant war, etwas außerhalb zu übernachten da es in den Städten erfahrungsgemäß etwas "unruhig" ist. Wir verpassten aber die letzte Ausfahrt und fanden uns Augenblicke später auf der vierspurigen Autobahn stadteinwärts wieder. Noch relativ weit vom Zentrum entfernt fand sich eine Sportstätte mit einsamem Parkplatz, kaum Häuser herum und fernab von jedem Trubel - perfekt als Standplatz.

Thomas zauberte wieder ein Abendessen, hatte allerdings die Nudelpackung nicht wirklich im Griff - so landeten 450g statt 200g Nudeln im Topf. Verfeinert mit zwei Dosen Thunfisch und einem Pesto stand der volle Topf nun auf dem Tisch und wollte geleert werden - schier unschaffbar.
Schon die ganze Fahrt vom Dalsnibba bis nach Oslo faselten wir uns den Mund wässrig, dann gab es keinen Halt mehr. Das "Voll-Signal" nach der Hälfte wurde wohlwollend ignoriert und schließlich war der Topf bis auf den letzten Rest leergeputzt.

Zeit für einen Verdauungsspaziergang - und eine wichtige Frage musste (endlich) geklärt werden: Wie nach Deutschland kommen? Landweg? Schiff? Im Internet hatte ich Stunden zuvor einige verlockende Angebote für die MS Color Line gesehen, gegen eine 24-stündige Fährüberfahrt, ein wenig relaxen und alle Annehmlichkeiten eines Kreuzfahrtschiffes genießen hatte keiner etwas einzuwenden. Leider ließen sich im Internet (das wir von einem netten Einwohner Oslos via WLAN mitbenutzt haben *g*) keine Preise feststellen - zwischen akzeptablen €190 und horrenden €900 war alles möglich.

Der nächste Tag brachte diesbezüglich nach einem Telefonat Gewissheit. Dieses Mal war es eine Tankstelle, welche uns - freiwillig oder unfreiwillig sei dahingestellt - mit WLAN versorgte. Gut €400 sollte der Spaß kosten - das war uns dann doch etwas zu viel. Die Spritkosten für diese Strecke würden weniger als die Hälfte sein – nein, danke!

Die 500000-Einwohner-Hauptstadt erkundet man am besten zu Fuß. Wir parkten unser Auto ca. 2km vom Zentrum entfernt in einem Wohngebiet am Straßenrand. In der Stadt angekommen gönnten wir uns - von der tollen Stadtführung in Krakau beflügelt - eine ebensolche um €10 pro Person. Ein wackeliger Bummelzug bewegte sich durch die Gassen, durch den scheppernden Lautsprecher drangen spärlich Informationen zu den wenigen Mitfahrern durch. In den 30 Minuten erfährt der interessierte Tourist nichts, was er nicht schon längst aus einem der Touristenführer oder Travelwiki wüsste - Schade!

Am Hafen fällt uns ein Musiktalent auf, Mundharmonika, Gitarre, Trommel und Hit-Hat, bedient von nur einem Mann. Achja, gesungen hat er auch noch. Ein Foto reichte da nicht, Movietime. Aber an diesem kulturellen Glanzstück Oslos verweilte der Bummelzug viel zu kurz, so statteten wir dem Hafen einen zweiten Besuch ab, zwar war der Musiker weg, dafür entdeckte ich ein anderes Schmuckstück, ein reichlich verzierter LKW, die ansonsten in Pakistan bzw. Indien - allgemein im fernen Osten unterwegs sind.

Direkt am Oslo-Fjord ist auch ein schicker, neu gestalteter Stadtteil (Aker Brygge), an dem sich die hiesigen Architekten ruhig ein Beispiel nehmen könnten, wie moderne Gestaltung von Gebäuden nicht unbedingt in einem Fiasko enden muss, wo einem schon vom Anschauen zu kalt wird. Allerdings sind die dortigen Lokale/Restaurants etwas zu schwer für mitteleuropäische Geldtaschen - selbst bei MCDonalds reichen die Fünfer nicht mehr. Mann u. Frau von Oslo kennen kein Kleingeld, keine Cents, keine Fünfer, jenseits vom Meer fängt man erst bei Zehn zu zählen an.

Da Vorratslager und Magen gut gefüllt waren, trugen uns die Füße zielsicher an den vielen Gaststätten vorbei, auch wenn sich die Nase immer wieder in Richtung  des köstlichen Duftes drehte, der in allen Variationen, angefangen von FastFood über Meeresfrüchte und anderen traditionellen Gerichten in der Luft lag.
Aber der Hafen ist ja viel interessanter, Yachten tummeln sich an der Pier und die wenigen Besitzer genießen es sichtlich, ihr Leben in der Öffentlichkeit auszutragen. Zwar können die dortigen Schiffe nicht mit den Luxuslinern in St. Tropez konkurrieren, doch einige technische Leckerbissen wie ein Katamaran mit Bar, Couch, Discolight und sonstigen Partyhighlights wecken dann doch mein Interesse.

Auf dem Weg zurück ins Zentrum glänzt Aker Brygge auch von der küstenabgewandten Seite. Irgendwie komisch, dass es hier geschafft wurde, ein altes Backsteinhaus inmitten der ansonsten modernen Architektur zu erhalten - ohne schlecht auszusehen. Lustig ist auch die auf Stelzen stehende Bronzestatue, die ich im Kanal beim Fotografieren gar nicht wahrnahm, sondern erst zuhause auf den Photos entdeckte.

Nicht ganz uninteressant ist das Engagement der Norweger was Elektrofahrzeuge betrifft. An vielen Ecken und Enden der Stadt finden sich (freie) Stromparkplätze und gar nicht so wenige Elektro-Peugeots (106er) flitzen durch die Stadt - ebenso wie der scheinbar sehr beliebte zweisitzrige "Buddy" (http://www.puremobility.com), der unseren Mopedautos ähnelt - nur elektrisch, rund 80 km/h schnell. Praktisch ist auch, dass die Größe wirklich Stadttauglich ist, nicht wie bei den aktuellen Smart's, wo quer parken ein Fremdwort ist.

An unserem Mobilheim wieder angekommen wartete, eingeklemmt zwischen Scheibenwischer und Windschutzscheibe, eine böse Überraschung, gefärbt in Gelb, gedruckt von einem Parksheriff. Na toll. Falschparken, Abstandsunterschreitung zum Zebrastreifen, min. 5m, nur 3,9m entfernt. Wie? kann doch nicht sein, da ist ja Platz ohne Ende!? Langsam dämmerts - die Norweger legen anders Maß an, nämlich an der Stoßstange und nicht wie die Österreicher am Vorderrad - ok, unter fünf Meter wärs trotzdem, aber schon verschmerzbar(er). Egal, nun wollten die Norwegischen Behörden doch tatsächlich 600 NOK (ca. €70) von uns für 1m Falschparken? Ganz schön teuer!
Dann fragten wir uns, hmmm... hat Norwegen mit Österreich ein Abkommen, was die Herausgabe der Lenkerdaten betrifft? Wir beschließen zwecks Gewissensberuhigung, dass sie keines haben, legen den Zettel entspannt zur Seite und düsen los....

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