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Tromsø Drucken E-Mail
Samstag, 25. Dezember 2010 um 09:40
Ich könnte mich jetzt ja wiederholen, Norwegen ist schön, Meeresduft, blablabla... Stimmt alles, aber zu den wirklich "neuen" Dingen:

Tromsø, die Universitätsstadt des Nordens, liegt Großteiles auf einer Insel, welche über zwei imposante Brücken mit dem Festland verbunden ist. Im Gegensatz zu den Brücken in z.B. Russland bauen jene in Norwegen meist sehr hoch, um sich das Aufklappen zu ersparen.
Viel Zeit hatten wir dort nicht eingeplant, eigentlich wollten wir die Fahrt richtung Lofoten fortsetzen. Dennoch entschieden wir uns für einen kurzen Zwischenstopp in der Stadt, die sehr kompakt wirkt - vermutlich deshalb, weil viele Einwohner auf den umliegenden Inseln wohnen. Das Stadtzentrum wirkt gemütlich, doch unser Ziel ist ein anderes, das "Polarium" sollte lt. Internet sehenswert sein - eine Info die wir unbedingt überprüfen mussten. Dort angekommen stellte sich - wie immer beim Autofahren - die Frage: wo parken?
Der Versuch, in einer Wohnstraße sich zwischen den Norwegern hineinzuschummeln scheiterte kläglich, eine nette Anrainerin erklärte sogleich, dass das nicht ginge.
Aber warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nahe liegt? Direkt vor dem Museum war ein Parkplatz, zwar kostenpflichtig, aber niemand hatte einen Parkschein im Fahrzeug. No risk no fun - Motor aus, Auto zu und ab ins "Polarium".
Das eigentlich als Aquarium angelegte Gebäude zeigt viel über die Geschichte des Landes, landestypische Meeresbewohner, einiges über die Fischerei, Grönlandeis und sonstigen "arktischen" Themen.
Ausgerichtet ist das Museum allerdings eher auf junge Familien, einige anschauliche Präsentationen zeigen greifbar z.B. die Entstehung eines Fisches, im Kino gibt es einen Panoramafilm zu sehen. Im Robbenbecken weht ein raues Lüftchen, bitterkalt ist es und fast würde man meinen, der Schnee sei echt. In einem Steuerstand können Jung und Alt "erleben" wie es sich auf der Brücke eines Schiffes fühlt.



Eigentlich auch eine Attraktion, wenn auch nicht im herkömmlichen Sinne ist das Tunnelsystem, welches den Untergrund der Stadt durchzieht. Angeblich wurde es während der starken Bedrohung durch die Deutschen im zweiten Weltkrieg errichtet. Zahlreiche Kreisverkehre gibt es in dem unterirdischen Straßensystem - das sich übrigens gerne auch unsere Politiker mal ansehen dürften, nur so als Gedankenanstoß.
Alle elektronischen Helferlein sind - Tunnelmodus hin oder her - praktisch wirkungslos. Spätestens nach dem dritten Kreisverkehr stimmen vorausberechneten Geschwindigkeiten, Ansagen u. Wegführung nicht mehr überein. Hirn ein, Navi aus lautet die Prämisse.

War der Ausgang durch den Wirrwar erstmal gefunden gings weiter in Richtung Lofoten. Unweit von Tromsø, in Brennsholmen, bereitete die Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln unserem Vorwärtsdrang ein jähes Ende: Das auch von einem anderen Passagier sehnsüchtig erwartete Fährschiff traf nicht ein, nach gut einer halben Stunde erkundigte sich der Norweger telefonisch nach dessen Verbleib, um kurz darauf zu erfahren, dass es an diesem Tag nicht mehr fuhr.
Pech für den anderen Wartenden, mehr oder weniger glücklicher Zufall für uns: Nach einem kurzen, prüfenden Rundblick nahm ich erst die wundervolle Gegend war, eine bizarre Stimmung am Himmel (links blau, rechts grau - es sah aus, wie "gephotoshopt"), die typisch norwegischen Häuser an der Küste, Fischerboote im Wasser und! - siehe da, eine Qualle.
Wir genossen den Abend, streunten umher und nutzten die Gunst der Stunde um endlich mal wieder eine "richtige" Mütze Schlaf zu bekommen - schließlich legte die erste Fähre ja um halb neun morgens an.



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