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Lenkgschichten und Kühlersachen PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 14. November 2010 um 16:43 | Bereich: Blog | Kategorie: Auto
Wer sein Auto liebt, der - nein, der schiebt nicht, sondern - hält es instand. Carsten hat das netterweise schon Großteils für mich erledigt, doch da war ja noch was. Richtig, das Lenkgetriebe. Das bewegt sich zwar munter, aber Sand, Staub und Dreck versuchen ihm durch die gerissene Manschette den Garaus zu machen. Also mal präventiv handeln, Lenkgetriebemanschette und Kühler wechseln, kann ja nicht so ein Akt sein. Letzterer wird in den vorzeitigen Ruhezustand geschickt, weil er vermutlich etwas "verkalkt" ist (geht ja den Menschen auch so) und somit nicht mehr ganz cool ist. 98°C Temperatur ist eindeutig schon Fieber.

Zwei Tage frei, prima. Los geht’s. 7.00 Uhr morgens, ab mit Vater in die Firma, wo er arbeitet - dort gibt’s auch eine "Schmiergrube", auf der ich dankenswerterweise meine Fahrzeuge immer reparieren darf. Die ganzen Ansaugungskomponenten incl. Luftfilter demontieren ist eine der leichteren Übungen und stimmt einen fröhlich auf die bevorstehende Schraubaktion ein, wenn nur alles so leicht von der Hand ginge...

Der RLF leistet wertvolle Dienste, auch wenn es darin um den Linkslenker geht. Spurstangen lösen? Lenkungsdämpfer ausbauen? Alles kein Problem, wenn auch mit teilweise selbst gebasteltem Werkzeug. Knifflig wird es dann mit der Lenksäule. Von innen, im engen Fußraum des Rechtslenkers ist der Eingangszapfen vom Lenkgetriebe richtig schlecht zu erreichen. Nach dreieinhalb Knoten in meinen Gliedmaßen, vielen unterdrückten Fluchen (um Jürgen nicht den Gefallen zu tun :-) ) und eineinhalb Stunden später war dann die Lenksäule endlich ab. Dass sich ein simpler Vielzahl so spreizen kann?

Doch die "Fuxerei" nahm damit erst ihren Anfang. die drei Schrauben vom Lenkgetriebe waren ein Kinderspiel gegen das, was danach folgte. Lenkgetriebe ausbauen? Pustekuchen. Beim Rechtslenker lässt es sich nicht ausbauen, ohne dass die hintere (interne) Druckleitung des Lenkgetriebes abgeschraubt wird - diese ist nämlich im Weg, wenn man die Lenkunterstüzung ein Stück Richtung Beifahrer scheiben muss, um sie beim Falz des Fahrerkotflügels vorbeibewegen zu können. Und dann ist da noch das Proconten Seil, was sich schön an allen möglichen Stellen einhackt, um das Teil ja nicht herauszubekommen (Hört man etwa leichten Frust heraus? Sorry). Die Krönung ist der Fahrerkotflügel. Der Durchbruch ist nach oben hin zweimal eingeschnitten, damit diese Lasche für den Lenkgetriebeausbau nach oben gebogen werden kann - sonst passt es nämlich nicht durch. Herrlich. Um 14 Uhr, also sieben Stunden später war es dann endlich herausen (Okay, ich hab auch Mittag gegessen, also lassen wir's sechs Stunden sein)

Dingelingelingggggg! Was zum Teufel... Oh Mist - das hab ich total vergessen. Go-Kart Rennen in Innsbruck in WAS??? einer Stunde? Alles liegen und stehen gelassen, ab in mein stets zuverlässige aber inkontinente Alltagsauto, kurz frisch gemacht und ab ins ~90km entfernte Innsbruck....



*Gähn*... die Nacht war kurz ... und Moment mal, ich spür 267, 268, 269... Knochen, okay, alle sind noch da. Aber warum überhaupt - die halten sich doch sonst auch im Hintergrund? In der frühmorgentlichen Ursachenforschung fällt mir der vergangene Abend wieder ein... Go-Kart, aja. Schmerzen. Die Hüfte blau vom Fahren, der rechte Arm violett vom Schrauben am Vortag. 40 Min Go-Kart fordern ihren Tribut. Seis drum, 7.00 Uhr ist es, weiter geht’s.

Die anfänglichen Bedenken, das alte Lenkgetriebe noch einmal zu verbauen (es bewegte sich mangels Öl und Fett etwas schwerfällig - wie ich), zerstreuten sich, als das gute Ding mit neuer Manschette und viel Fett glänzte. 'Gschmeidig wandert der Zylinder von links nach rechts und vice versa. Den zerbröselten Anschlag habe ich durch einen Gummiring eines Wasseranschlusses ersetzt - passt perfekt. Von dem guten Start beflügelt lässt sich das Lenkgetriebe mit etwas Geduld auch wieder relativ leicht einpassen. Flugs ist es angeschraubt, ehe es im engen Fahrerfußraum für etwas Frust sorgt, als die Lenksäule wieder nicht passen wollte. Doch wenn’s nicht "flutscht", gibt es Abhilfe. Man muss ja nur praktisch denken - soll Situationen im täglichen Leben geben, wo das auch problematisch ist. Anstatt von Gleitgel verwende ich allerdings Fett, was seinen Zweck erfüllt und die Lenksäule nach einigem bitten und betteln auf den Gummipuffer rutschen lässt.



Der Nachmittag ist schnell erklärt, geschlagene vier (!) Stunden versuche ich, den Reiter mit den Spurstangen und Lenkungsdämpfer wieder anzuschrauben - keine Chance. Die Feingewindeschraube will nicht "anbeißen". Nach anfänglicher Ratlosigkeit und einigem Fluchen (Mist, Jürgen musste also rechtbehalten), versuche ich - mittlerweile durch meinen Vater "verstärkt" - den Reiter am neuen Getriebe anzuschrauben, ehe wir feststellen müssen, dass er sauber, Metall an Metall anliegen muss, damit beide Schrauben greifen - und die Manschette eigentlich in eine Nut geführt werden muss. Bei eingebautem Lenkgetriebe ist das unmachbar, also beschließe ich, die Schrauben einfach ordentlich anzuziehen, vielleicht rutscht die Manschette ja selbst in die richtige Position, und wenn nicht, ist es auch nicht tragisch. Eine Hülse und ein Stift, der das andere Loch zentrierte (beides habe ich mir für den Einbau schnell zurechtgeschnitten) rettet mein letztes bisschen Geduld - ohne Spurstangen lässt der Reiter auf einer Seite (samt Hülse) sofort befestigen. Nach dem einfädeln und fixierender anderen Spurstange muss die Hülse weichen und die andere Spurstange kann an ihren Platz.

Fazit... nach gut zwei Tagen ist das Lenkgetriebe samt Anbauteile wieder drinnen - und funktioniert - Glück gehabt, sonst wüsste ich nicht, was ich mit dem armen Auto angestellt hätte.



Noch nicht genug? Ich auch nicht! Da beim Paketshop ein schönes, großes Geschenk auf mich wartete, zerlege ich den V8 heute schon wieder - ein neuer Kühler muss rein. Die Stoßstange geht relativ problemlos ab (dankenswerterweise hat jemand die beiden inneren Schrauben bei der letzten Montage vergessen, deshalb war es kein Akt). Auch die Zierleisten lassen sich laut RLF demontieren, ich trau mich fast nicht zu glauben, dass EINMAL alles problemlos geht. Aber das Glück ist mir hold, die Demontage von Getriebeölkühlleitungen, Wasserschläuchen u. sonstigem Kleinmaterial bereitet kaum Probleme. Leider sind die unteren Gummipuffer gerissen, was den Zusammenbau um zwei Tage verzögert.



Der Temperatursensor war etwas... wie soll man sagen... verkalkt? Nach einer Stahlwollebehandlung erstrahlt er wieder in neuem Glanz - hoffentlich zeigt er, aus purer Dankbarkeit, in Zukunft auch nur mehr die 90° an.



ABER - Tolle Sache, was man beim selber reparieren alles entdeckt, z.B. dass der vermeintliche Wasserkühler gleichzeitig auch das Getriebeöl mitkühlt. Da soll noch einmal jemand sagen, selbst zu reparieren wäre geizig - nein, selbst reparieren ist Bildung!
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Aktualisiert ( Sonntag, 14. November 2010 um 16:51 )

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