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Freitag, 12. November 2010 um 21:20
In den letzten Tagen habe ich mich fast daran gewöhnt, englisch zu sprechen, fast schon englisch zu denken, wenngleich mein Englisch schlichtweg furchtbar ist.

Nach dem frühmorgentlichen Schwimmen gab es ein deftiges Frühstück, bestehend aus Eiern, Zwiebeln, Speck und dazu ein Schwarzbrot. Davor gab es noch ein paar Kleinigkeiten am Auto zu reparieren - ein Kurzschluss bei der Rückfahrlampe und der Generatorriemen war furchtbar locker - bemerkbar durch ein undankbar lautes quietschen, wenn die entladene Batterie nach Strom verlangte.

Gestärkt und frisch gebadet machten wir uns - wieder einmal später als geplant - auf den Weg nach Russland. Vom See aus quer durch Litauen nach Lettland, wo ganz im Norden ein Grenzübergang zu Russland ist.
In Lettland selbst war schier kein Vorankommen möglich. Gefühlte 50% der Straßen waren nicht asphaltiert. Die Schotterstraßen sind zwar weitgehenst schlaglochfrei, dafür aber voller Querrillen, so dass oft nur eine Geschwindigkeit von 20-30 km/h möglich war. Vom Staub ganz zu schweigen, der nicht eine Putzaktion erforderte, um das Auto im inneren nicht so aussehen zu lassen, als würde man Sand aus der Sahara importieren wollen. Für Mensch und Fahrzeug eine große Belastung - teilweise aber auch ganz net zu fahren, wie ich fairerweise zugeben muss.
Mitten auf der Strecke dann ein Fahrverbotsschild - einfach so, aus dem nichts. Wir fahren weiter und erreichen wenige hundert Meter später eine Brücke - bzw. das was davon übrig war. Die verbliebenen Balken sehen nicht sehr vertrauenswürdig aus und darunter sieht man das tosende Wasser. Unserer Sichtprüfung halten sie jedoch stand und ich rolle langsam darüber. Es knarzt und kracht, Unter der Anspannung kann man jede Bewegung der Brücke förmlich spüren, doch sie trägt uns.
Einige Straßen und Kilometer weiter treffen wir in der Einöde auf einen Fernfahrer auf Estland, der liegengeblieben ist. Er bittet um unsere Hilfe, eine seiner Batterien ist defekt, deshalb startet der Motor nicht mehr. Nach einem kurzen check mit dem Voltmeter trenne ich unser Bordnetz vorsichtshalber von der Batterie und hänge den LKW an den Akkumulator. Wenige Sekunden später erwacht der LKW wieder zum Leben, der Fahrer bedankte sich recht herzlich und fährt - wie wir - auf der eintönigen Schotterstraße weiter.



Auf ebensolchen Schotterpisten erreichten wir dann auch den Grenzübergang zu Russland im hintersten Winkel von Lettland. Endlich - was waren wir froh, wieder vorwärts zu kommen, doch..... Als wir in die Grenzstation einfuhren, grüßte uns eine freundliche Beamtin, die ein paar Brocken Englisch sprach. "This border station is only for the citizen of Russia and Letavia"...

WAS??

Im Klartext: Nur Bürger von Lettland und Russland dürfen hier die Grenze überschreiten. Wir müssen weiter nach Estland. Na toll - ein Umweg von 40km und gut eine Stunde Fahrzeit. Mit dem Gefühl, nahezu jede Schotterpiste in Lettland zu kennen erreichen wir endlich die Grenze zu Russland. Die Beamten dort sind sehr freundlich, Reisende aus Österreich scheinen nicht sehr häufig zu sein und nahezu jedem Beamten entlockte es Lächlen, als er unsere Pässe sah.
Trotzdem dauerte das Prozedere gut drei Stunden, die Fahrzeugzulassung macht nicht nur einmal Probleme, scheinbar kennen die Russen kein Wechselkennzeichen. Die Ein- und Ausfuhrpapiere mussten wir dreimal neu ausfüllen, bis die Beamten zufrieden waren, das Fahrzeug wurde mehrmals durchsucht, allerdings nur oberflächlich, genau schaute niemand. Dank Grüner Versicherungskarte ersparten wir uns eine Haftpflichtversicherung für die paar Tage, die wir in Russland verweilen wollten.

Endlich in Russland war uns jeder Parkplatz recht, um zu schlafen. So verbrachten wir unsere Nacht auf einem Parkplatz... .ähhhm einer Müllhalde (was sich wegen der Dunkelheit allerdings erst am nächsten Morgen herausstellte). Wenigstens nur noch 250 km bis St. Petersburg...

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