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eigentlich schläft es sich ganz gut... Drucken E-Mail
Freitag, 29. Oktober 2010 um 18:41

...in unserem Bus. Die erste Nacht an einem Rastplatz war etwas durchwachsen, was aber vor allem daran lag, dass wir noch nie darin geschlafen haben. Und wenn dann alle drei Stunden ein Auto kommt, Leute aussteigen und gefühlte 27,8 Stunden ums Auto schleichen, dann ist das dem Schlaf nicht gerade zuträglich. Aber, wie gesagt - reine Gewohnheitssache.

Nach der ruhigen Fahrt nach Polen haben wir in den Abendstunden Krakau erreicht, natürlich in der Rushhour. Wenige Stunden davor mussten wir durch eine Polizeikontrolle. Die in Tschechien sehr präsente Polizei interessierte sich allerdings nur für unsre Pässe und unser altes Gefährt, nach einem amüsierten Lächeln konnten wir wieder von dannen ziehen.
Zurück zu Krakau, dort nahm uns ein Schild "Camping & Bungalows" die Entscheidung ab, wo wir wohl nächtigen sollten. Thomas folgte dem Wegweiser bis in einen Außenbezirk, ca. 5km vom Stadtzentrum entfernt. Der, abgesehen von der Nähe zu einem Schwimmbad, recht ruhig gelegene Campingplatz ist nicht besonders groß, bietet aber alle Üblichen Einrichtungen wie Dusche, WC, Strom usw... Sogar eine Küche und WiFi steht den Besuchern zu Verfügung.
Der Preis war mit 30zl (ca. €7.5) pro Person und Nacht für polnische Verhältnisse ganz ok.

Eine Busfahrt brachte uns für 2,5 zl (60c) nahe ins Zentrum. Von der langen Autofahrt ausgehungert gingen Thomas und ich erstmal auf Nahrungssuche. Der "Geheimtipp" aus Travelwiki hatte leider schon geschlossen, so hatte das Restaurant Marmulada die Ehre, uns zu beherbergen. Leider war das Essen nicht so ansprechend wie das Interieur. Zwar gab es extravagante Speisen, welche dann aber viel zu stark (oder gar nicht)) gewürzt waren. Meine Ente in Kirsch-Rotweinsauce war viel zu süß, Thomas' Dumplings (Teigtaschen) waren quasi geschmacklos. Etwas enttäuscht über das Essen, dafür aber hocherfreut über die langen Ladenöffnungszeiten gings zu Bette.



Tags darauf sah uns die Innenstadt Krakaus erst nach Mittag wieder, so gut haben wir geschlafen - vielleicht lag es ja auch nur an der Müdigkeit. Nur was sieht man sich eigentlich in einer Stadt an? Die 50 Kirchen abzuklappern erschien nun auch nicht gerade "erquickend", die Katakomben waren nicht geöffnet und zwei Museen (Fotohistorisches u. Architektur) waren leider geschlossen.
Ansonsten bietet die Altstadt Krakaus einige Sehenswürdigkeiten (genannte Museen, Marktplatz, Kirchen, ...) Besonders einige Lokale, welche oft in Hinterhöfen versteckt sind, laden zum Verweilen ein.



Hinterhof kann nicht schlecht sein - und die Empfehlung im Travelwiki auch nicht - dachten wir wieder einmal. Deshalb gings ab ins "U Babci Maliny" in der Nähe des Hauptplatzes. Die Einrichtung war ein wenig kitschig, aber belustigend anzusehen - irgendwie ähnlich einer Almhütte in den Alpen. Untermalt wurde die Stimmung von einem Gitarrenspieler, der etwas zaghaft die Seiten zupfte. Bestellt und abgeholt wird das Essen an der Bar, DAS Lokalgetränk schlechthin scheint ein himbeersaftähnliches Getränk zu sein. Die Zubereitung des Essens erfolgte recht flott, leider schmeckte es auch so: Angerichtet wurde es lieblos und geschmacklich konnte die Mahlzeit nicht überzeugen, die Nudeln waren zu weich, das rote Gemüse schmeckte Mehlig. Naja....



Weil uns langsam aber sicher die Ideen ausgingen, was wir denn jetzt noch anschauen könnten in der angeblich (und ganz so falsch liegt man damit nicht) schönsten Stadt Polens, gönnten wir uns einen Tourguide, der in gut einer Stunde, beritten mit einem E-Fahrzeug die Sehenswürdigkeiten abklapperte - und sehr zuvorkommend die Info einholte, wo denn nun eigentlich dieser Trinkhonig erhältlich sei. Aber auch ansonsten war er sehr engagiert, reduzierte den Preis ein wenig, weil wir nur zu zweit waren und plauderte aus dem Nähkästchen. Der ganze Spaß war mit umgerechnet €20 pro Person nicht gerade billig, aber sein Geld wert. Sichtlich angetan von unserem Trip wünschte er uns noch eine gute Reise ans Nordkap.



Auf dem "Heimweg" begegneten uns im Bus vier Spanier, die gerade erst von Warschau aus angekommen waren und in einem Bungalow am Campingplatz übernachteten. In Englisch konnten wir uns ganz gut verständigen, schäkerten über dies und das, wünschten einander gute Nacht und verzogen uns in den Bus…

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