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Samstag, 01. Januar 2011 um 16:47
Nachdem die Fähre für Normalsterbliche eindeutig zu teuer ist - zumindest wenn die vorhaben "last-minute" zu buchen, blieb uns doch nur der Landweg, um wieder nach Mitteleuropa zu kommen. Die Fahrt von Oslo über Göteborg, Malmö und Flensburg bis nach Hamburg dauert lt. "Laura" 11 Stunden, in der über 1000km geschafft werden müssen. Na dann mal los.

Von Oslo aus wälzt sich eine Blechlawiene über die von Baustellen geplagte E6 hinunter, die erst bei Malmö endet. Glücklicherweise hörten die Baustellen bald auf und mit zunehmender Finsternis waren weniger Fahrzeuge auf den Straßen. Finster? Richtig Finster, fiel mir zum ersten Mal seit langem wieder bewusst auf, auch eindeutig dunkler als in Mitteleuropa, wo die Lichtverschmutzung ja schon wesentlich weiter fortgeschritten ist.
Kurz vor der Grenze zu Schweden ereilte uns ähnliches Schicksal wie in Russland - 20 geschriebene Postkarten in der Tasche, nur wohin damit? Glücklicherweise fand sich ein Postkasten an einer Raststation und wir brauchten keine 1,5 Stunden wie damals, um ein paar Postkarten zu frankieren und abzusenden.
Wenige Minuten später erreichten wir die Grenze zu Schweden - ca. 3,5 Stunden Fahrt sind es von Oslo aus dorthin. Zuvor nutzten wir an einem Campingplatz die Möglichkeit zu Duschen, für 30NOK (€4) pro Person. Dafür bekamen wir eine Chipkarte ausgehändigt, die das Warmwasser für 10 min freischaltete. Na toll, da wird nichts mit dem Plan unsere Warmwasservorräte wiedermal aufzufüllen - oder doch? Die Waschbecken waren mit Dauerwarmwasser versorgt, eine 5 Liter Flasche nach der anderen füllte ich ab, während sich Thomas rasierte. Gar nicht so einfach, vor allem wenn immer wieder Leute hereinkamen und sich wohl über unsere Machenschaften wunderten. Dabei trafen wir auch ein deutsches Ehepaar im besten Reisealter (=Pension), die freundlich mit uns über den Trip plauderten, sich begeistert zeigten und uns eine gute Weiterreise wünschten. Als dann endlich 60l brühheißes Wasser abgezapft und in unseren Isolationsbehältern verstaut war, fuhren wir weiter nach Göteborg. Ach ja, nicht zu vergessen - Schande über uns, aber wir haben uns zu zwei Cheeseburgern, die dort nur 10 NOK (€1,25) kosteten, hinreißen lassen.
Kurz vor Göteborg war es dann wieder an der Zeit, ein Nickerchen zu machen, an einem verlassenem Autorastplatz, wo mehrere Schilder davor warnten, das Auto unbeaufsichtigt stehen zu lassen. Momentmal, waren wir nicht in Schweden? Dem Land, wo Kriminalität ein Fremdwort ist? Offenbar nicht, aber in Anbetracht dessen, dass wir im Fahrzeug schliefen, war das Risiko überschaubar, sofern nicht jemand unseren Bus mit KO-Gas fluten wollte um danach unsere heißgeliebte Elektronik aus dem Fahrzeug zu schaffen.

Der nächste Morgen begann gleich, wie der alte geendet hat - mit fahren. Natürlich war uns die Zeit voraus und nach dem ausgiebigen Frühstück war es halt schon wieder nach Mittag, ehe wir uns wieder auf die E6 stürzten, die sich, teilweise als Autobahn, teilweise als zweispurige Bundesstraße geführt, in den Süden schlängelt.
In Malmö, kurz vor Koppenhagen musste ich recht bald erkennen, dass die Fahrt mit einer Fähre (wenn es auch nicht die MS Color Line sein müsste) ev. doch nicht so viel teurer gewesen wäre. An den Brücken wird der Fahrer ganz schön abgezockt, ca. 600NOK (€70) haben wir für die Überfahrt "blechen" müssen, da wundert es nicht mehr, warum so wenig Verkehr war. Dafür stellen aber die beiden Brücken imposante Bauwerke dar, allein die Oresundbrücke ist knapp 8km lang und verbindet - zusammen mit einem Tunnel - Koppenhagen mit Malmö.
über die Storebælt-Brücke setzt man auf eine weitere dänische Insel über, sie verbindet mit ihren zwei je ca. 6km langen Hälften, die durch die Insel Sprogø getrennt sind, die Insel Fünen mit Seeland. Danach ist es bis Deutschland nicht mehr weit, nur noch 70km trennten uns von der Grenze.
Zwischendrin hatten wir wieder einmal Übernachtet, dieses Mal auf einem Rastplatz auf der Insel Fünen. Dort gab es auch "Sanitäranlagen für Wohnmobile", also einen Frischwasserspender und einen Kanal, wo die geneigten Fahrer ihre Geschäfte der Natur übergeben können. Wir nutzten lediglich den Frischwasserspender - zum Haare waschen. Nach unzähligen köstlichen Omeletten mit Marmelade, Frischkäse, Schokosauce und ähnlichen Füllungen tat es gut, das kalte Wasser zu spüren. Aber auch für den Abwasch eignen sich solche "Schachtringbecken" prima ;-)
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